{"id":525,"date":"2016-06-30T08:50:25","date_gmt":"2016-06-30T08:50:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sabassociation.org\/testsite\/?page_id=525"},"modified":"2019-05-18T03:06:02","modified_gmt":"2019-05-18T03:06:02","slug":"words-of-patron","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/karmapa-education.org\/de\/vision\/words-of-patron\/","title":{"rendered":"Karmapas <br\/>Rede"},"content":{"rendered":"<h1>Karmapa \u00fcber die Bedeutung der monastischen Sangha<\/h1>\n<p><em><strong>Kalimpong, 23. November 2015 &#8211;<\/strong> <\/em><em>In seiner Er\u00f6ffnungsrede wandte sich Thaye Dorje, der 17. Gyalwa Karmapa, an die anwesenden Rinpoches, M\u00f6nche, Freunde und Interessierten aus der Region sowie die Freunde, die aus der ganzen Welt angereist waren. Gyalwa Karmapa begr\u00fc\u00dfte die Versammlung zu dieser feierlichen und zugleich symbolischen Er\u00f6ffnung:<\/em><\/p>\n<p>&#8218;Als erstes m\u00f6chte ich mich bei all jenen bedanken, die diese Veranstaltung, und mehr noch, diesen Ort m\u00f6glich gemacht haben. Die Hauptursache f\u00fcr eine so positive Umgebung sehe ich als Buddhist in dem Segen der Buddhas und Bodhisattvas und dem Segen unserer Linie. Dar\u00fcber hinaus hat jeder einzelne von uns mit W\u00fcnschen und Gebeten einen Teil beigetragen. Durch diese Kombination haben wir diesen wunderbaren Ort geschaffen.<\/p>\n<blockquote><p>Mit den Jahren werdet ihr das genaue Ziel und die Absicht dieses Platzes besser und besser verstehen. Ziel ist es nat\u00fcrlich, die Aktivit\u00e4t des Buddha-Dharma zu st\u00e4rken, was nichts anderes bedeutet, als eine zeitgem\u00e4\u00dfe buddhistische Praxis und besonders die monastische Sangha weiter zu st\u00e4rken. Hierin besteht das vorrangige Ziel.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ob wir der Lehre Buddhas folgen oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Solange wir in dieser Welt leben, solange wir menschliche Wesen sind, sehnen wir uns nach Gl\u00fcck, nach Frieden, nach Wahrheit, und wir sehnen uns danach zu verstehen. Es gibt unz\u00e4hlige Ursachen, die dazu f\u00fchren, dass Gl\u00fcck erfahren wird. Als Buddhisten sind wir der \u00dcberzeugung, dass die Umsetzung von Buddhas Lehre <em>die<\/em> Hauptursache unseres Gl\u00fccks ist. Wir leisten unseren Beitrag in dieser Welt deshalb nicht nur f\u00fcr die Menschen, die Menschheit oder eine bestimmte Gruppe, sondern f\u00fcr alle Wesen.<\/p>\n<blockquote><p>Den Schwerpunkt, den wir hier durch ein einfaches Ausbildungszentrum setzen wollen, ist die St\u00e4rkung der monastischen Sangha. In vielerlei Hinsicht mag dies wie ein Novum erscheinen, wie eine Fiktion. Das ist m\u00f6glich.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich muss zugeben, dass es eine Art Experiment darstellt, eine fantastische Idee \u2013 denn von der Geburt des Buddhismus vor etwa 2500 Jahren bis heute, konnte die Lehre Buddhas durch nichts geringeres als die Qualit\u00e4t der monastischen Sangha fortbestehen. Und diese Tradition, dieses System hat sich \u00fcber all diese Zeit bis zum heutigen Tage in einer sehr traditionellen Weise fortgesetzt. Und jetzt pl\u00f6tzlich mit dieser Idee zu kommen, dass wir der monastischen Sangha durch eine einfache Schule wirklich helfen k\u00f6nnen, h\u00f6rt sich extrem fantastisch an. Von daher m\u00fcssen wir das genaue Ergebnis abwarten. Das Ergebnis ist hier nicht als etwas Solides zu verstehen, sondern im Sinne dessen, was wir hier erreichen wollen: N\u00e4mlich dazu beizutragen, die Lebensspanne der monastischen Sangha zu verl\u00e4ngern. Das ist das Ziel.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df es sehr zu sch\u00e4tzen, dass ihr alle hier seid und gro\u00dfes Interesse zeigt, das Projekt auf unterschiedliche Weisen zu unterst\u00fctzen. Seid hierf\u00fcr meiner tiefen Dankbarkeit gewiss \u2013 ich mache starke Wunschgebete, so dass eure Unterst\u00fctzung nicht umsonst ist, sondern wunderbare Fr\u00fcchte tragen wird. Fr\u00fcchte, die nat\u00fcrlich nichts anderes sind, als die Entwicklung einer wahren monastischen Sangha.<\/p>\n<blockquote><p>Die monastische Gemeinschaft, die wir im Moment hier haben, ist das Ergebnis gro\u00dfer Anstrengungen vergangener Generationen \u2013 gro\u00dfer Meister und Anh\u00e4nger der buddhistischen Lehre. Wenn wir uns diese monastische Gemeinschaft, die wir hier und auf der ganzen Welt haben, genau anschauen, stellen wir fest, dass es m\u00f6glich ist, dass sie sich mit der Zeit immer weiter reduziert. Folglich k\u00f6nnte sich die Lehre Buddhas selbst auch mehr und mehr zu einer der \u201afantastischen Ideen&#8216; entwickeln, wie ich bereits erw\u00e4hnte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Daher m\u00fcssen wir unsere Energien und Ideen b\u00fcndeln und sicherstellen, dass diese monastische Gemeinschaft nicht mit der Zeit verschwindet. Wenn uns das gelingt, wird die Ursache unseres Gl\u00fccks erhalten bleiben \u2013 wenn nicht, dann wird es recht schwierig. Es mag vielleicht auf den ersten Blick nicht so einfach sein, den Zusammenhang zwischen diesen beiden zu erkennen: der St\u00e4rkung der monastischen Sangha und unserem Gl\u00fcck. Folgende \u00dcberlegung mag diesen Zusammenhang verdeutlichen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df dem Vinaya spricht man ab einer Mindestanzahl von vier M\u00f6nchen von einer monastischen Gemeinschaft. Sollte sie aus mehr Mitgliedern bestehen, dann ist die Sangha nat\u00fcrlich st\u00e4rker. So gesehen, erleben wir im Moment wundervolle Zeiten. Ganz gleich, wie sehr wir meinen, in einer degenerierten Zeit zu leben, sind wir noch immer sehr vom Gl\u00fcck beg\u00fcnstigt, weil wir monastische Gemeinschaften um uns haben.<\/p>\n<p>Der Nutzen oder das Gl\u00fcck entstehen nun in der Weise, dass man durch den Eintritt in die monastische Sangha logischerweise ausreichend Zeit und Freiraum gewinnt, um sich eingehend mit der Lehre Buddhas, dem Dharma, zu befassen. Dazu geh\u00f6rt unter anderem, reichlich Zeit zu haben, um tiefgehend zu untersuchen, was es bedeutet, Mitgef\u00fchl zu haben oder Weisheit zu besitzen. Ohne das monastische Umfeld, ganz gleich in welch vollkommener Gesellschaftsform wir auch leben m\u00f6gen, hindern uns die zahlreichen Verantwortlichkeiten, die wir innerhalb unserer Gesellschaft haben, daran, die tiefe Bedeutung des Dharmas wirklichen zu verstehen. Wenn wir eine monastische Sangha haben, erhalten viele von uns Zugang zu der tieferen Bedeutung der Belehrungen. Das wiederum verhilft uns dazu, das anzusammeln, was in unserem Leben am essentiellsten ist: Verdienst.<\/p>\n<blockquote><p>Diejenigen, die der monastischen Sangha beitreten, sammeln riesiges Verdienst an und diejenigen, die sie unterst\u00fctzen, tun dies in demselben Ausma\u00df, einfach dadurch, dass sie sich daran erfreuen und sie unterst\u00fctzen. Wenn das verloren geht, dann haben wir keine reale, substantielle Quelle von Verdienst mehr, und mehr noch, wenn die Quelle von Verdienst fehlt, dann gibt es automatisch auch keine Quelle f\u00fcr Weisheit mehr. Durch diese Kettenreaktion verlieren wir zunehmend den Sinn f\u00fcr Mitgef\u00fchl und Weisheit, und sobald dieser verloren ist, f\u00fchrt dies nat\u00fcrlich zu Unzufriedenheit, Ruhelosigkeit oder zu allen m\u00f6glichen Formen von unangenehmen Erfahrungen oder Gef\u00fchlen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese bauen sich dann immer und immer weiter auf, bis zu dem Punkt, an dem wir nicht mehr klar unterscheiden und differenzieren k\u00f6nnen, was beispielsweise Mitgef\u00fchl ist und was Anhaftung, da sie in vielerlei Hinsicht zu \u00e4hnlich erscheinen. Auf diese Weise kippt dann unsere gesellschaftliche Ordnung bzw. die soziale Gerechtigkeit. Die Unterscheidung zwischen heilsam und nicht heilsam, richtig und falsch, angemessen und unangemessen, all dies geht verloren.<\/p>\n<p>Ein Wort, das ich gew\u00f6hnlicherweise benutze ist \u201aAnstand\u2018: Wenn es keine monastische Sangha mehr gibt, wird uns das schlie\u00dflich auf einen Weg f\u00fchren, auf dem es keinerlei Anstand mehr auf dieser Welt gibt. Wenn das passiert, dann schauen wir in eine sehr d\u00fcstere Zukunft. Wenn wir den Nutzen der monastischen Sangha also nicht verstehen, dann m\u00fcssen wir uns die Zeit nehmen, uns dieses Verst\u00e4ndnis anzueignen.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft nicht, dass wir pl\u00f6tzlich die Robe tragen und unseren Kopf rasieren sollen. Wir k\u00f6nnen uns aber zumindest die Zeit nehmen, dar\u00fcber nachzudenken und zu verstehen, was es bedeutet, wenn jemand die monastischen Gel\u00fcbde nimmt. Ich denke, dass es von gro\u00dfem Nutzen ist, wenn ihr dies tut. Ich m\u00f6chte jeden gerne darum bitten, dies zu tun. Wenn ihr das Verst\u00e4ndnis erlangt habt, dann schafft diese Art von Umfeld, bietet Unterst\u00fctzung an und motiviert diejenigen, die es brauchen. Dies gilt besonders f\u00fcr die Jugend, da die zuk\u00fcnftigen Generationen der monastischen Sangha in besonderem Ma\u00dfe von der Jugend abh\u00e4ngen. In den Himalaya-Regionen sind die Menschen noch sehr mit dem Dharma und seiner Geschichte verbunden und kennen tats\u00e4chlich ihren Wert.<\/p>\n<blockquote><p>Nehmt euch deshalb bitte etwas Zeit, all dies zu bedenken und Jugendliche zu ermutigen, falls sie Interesse zeigen. Vor allem, wenn ihr in ihnen den \u201aFunken&#8216; seht, dass sie mehr dar\u00fcber erfahren m\u00f6chten, was es bedeutet, den Luxus von Zeit zu haben, um \u00fcber die Praxis von Mitgef\u00fchl und Weisheit zu reflektieren. Wenn ihr dies tut, dann werden nicht nur wir selbst in diesem Leben Gl\u00fcck und Frieden erfahren, sondern wir sichern auf vielerlei Weise auch das Gl\u00fcck kommender Generationen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich bin mir bewusst, dass ich viel gesagt habe, ohne richtige Einf\u00fchrung und ohne ordentliche Reihenfolge. Dennoch wollte ich diese Gelegenheit wahrnehmen und einen der Hauptgr\u00fcnde darlegen, warum wir diesen Platz geschaffen haben.<\/p>\n<p>M\u00f6gen wir diesen Moment \u2013 und jeden Moment unseres Lebens \u2013 dazu nutzen, unser Bestes zu tun und den Wert und die Ursachen unseres Gl\u00fcckes zu verstehen. Vielen Dank!&#8216;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karmapa \u00fcber die Bedeutung der monastischen Sangha Kalimpong, 23. November 2015 &#8211; In seiner Er\u00f6ffnungsrede wandte sich Thaye Dorje, der 17. Gyalwa Karmapa, an die anwesenden Rinpoches, M\u00f6nche, Freunde und Interessierten aus der Region sowie die Freunde, die aus der ganzen Welt angereist waren. Gyalwa Karmapa begr\u00fc\u00dfte die Versammlung zu dieser feierlichen und zugleich symbolischen Er\u00f6ffnung: &#8218;Als erstes m\u00f6chte ich mich bei all jenen bedanken, die diese Veranstaltung, und mehr noch, diesen Ort m\u00f6glich gemacht haben. Die Hauptursache f\u00fcr eine so positive Umgebung sehe ich als Buddhist in dem Segen der Buddhas und Bodhisattvas und dem Segen unserer Linie. Dar\u00fcber hinaus hat jeder einzelne von uns mit W\u00fcnschen und Gebeten einen Teil beigetragen. Durch diese Kombination haben wir diesen wunderbaren Ort geschaffen. Mit den Jahren werdet ihr das genaue Ziel und die Absicht dieses Platzes besser und besser verstehen. Ziel ist es nat\u00fcrlich, die Aktivit\u00e4t des Buddha-Dharma zu st\u00e4rken, was nichts anderes bedeutet, als eine zeitgem\u00e4\u00dfe buddhistische Praxis und besonders die monastische Sangha weiter zu st\u00e4rken. Hierin besteht das vorrangige Ziel. Ob wir der Lehre Buddhas folgen oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Solange wir in dieser Welt leben, solange wir menschliche Wesen sind, sehnen wir uns nach Gl\u00fcck, nach Frieden, nach Wahrheit, und wir sehnen uns danach zu verstehen. Es gibt unz\u00e4hlige Ursachen, die dazu f\u00fchren, dass Gl\u00fcck erfahren wird. Als Buddhisten sind wir der \u00dcberzeugung, dass die Umsetzung von Buddhas Lehre die Hauptursache unseres Gl\u00fccks ist. Wir leisten unseren Beitrag in dieser Welt deshalb nicht nur f\u00fcr die Menschen, die Menschheit oder eine bestimmte Gruppe, sondern f\u00fcr alle Wesen. Den Schwerpunkt, den wir hier durch ein einfaches Ausbildungszentrum setzen wollen, ist die St\u00e4rkung der monastischen Sangha. In vielerlei Hinsicht mag dies wie ein Novum erscheinen, wie eine Fiktion. Das ist m\u00f6glich. Ich muss zugeben, dass es eine Art Experiment darstellt, eine fantastische Idee \u2013 denn von der Geburt des Buddhismus vor etwa 2500 Jahren bis heute, konnte die Lehre Buddhas durch nichts geringeres als die Qualit\u00e4t der monastischen Sangha fortbestehen. Und diese Tradition, dieses System hat sich \u00fcber all diese Zeit bis zum heutigen Tage in einer sehr traditionellen Weise fortgesetzt. Und jetzt pl\u00f6tzlich mit dieser Idee zu kommen, dass wir der monastischen Sangha durch eine einfache Schule wirklich helfen k\u00f6nnen, h\u00f6rt sich extrem fantastisch an. Von daher m\u00fcssen wir das genaue Ergebnis abwarten. Das Ergebnis ist hier nicht als etwas Solides zu verstehen, sondern im Sinne dessen, was wir hier erreichen wollen: N\u00e4mlich dazu beizutragen, die Lebensspanne der monastischen Sangha zu verl\u00e4ngern. Das ist das Ziel. Ich wei\u00df es sehr zu sch\u00e4tzen, dass ihr alle hier seid und gro\u00dfes Interesse zeigt, das Projekt auf unterschiedliche Weisen zu unterst\u00fctzen. Seid hierf\u00fcr meiner tiefen Dankbarkeit gewiss \u2013 ich mache starke Wunschgebete, so dass eure Unterst\u00fctzung nicht umsonst ist, sondern wunderbare Fr\u00fcchte tragen wird. Fr\u00fcchte, die nat\u00fcrlich nichts anderes sind, als die Entwicklung einer wahren monastischen Sangha. 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